Entstehung, Auftrag und Qualifizierung

 


Schon seit Jahren kommen Gebrauchshunde, gerade auch aus jagdlichen Zuchten, in den Einsatzorganisationen des Bevölkerungsschutzes, wie auch teilweise bei den Gefahrenabwehrbehörden in Bund und Ländern, mit großem Erfolg zum Einsatz.


Bestimmte Gebrauchshundeeigenschaften und ein sicheres, umgängliches Wesen der in diesem Spezialgebiet eingesetzten Hunde sind für den Ausbildungs- und Einsatzerfolg unabdingbar.

Aufgrund des hohen Leistungsstandes in der jagdlichen Gebrauchshundezucht verwundert die immer häufigere Verwendung von Jagdgebrauchshunderassen in Spezialbereichen nicht.

Wenn auch ein Jagdgebrauchshund zuallererst für den jagdlichen Einsatz gezüchtet (selektiert) wurde und er seine Erfüllung als brauchbarer Jagdhund für den Jäger richtigerweise finden soll, sollte aber auch der Einsatz einzelner Tiere zur Rettung von Menschenleben als wichtig und richtig empfunden werden.

Im Spezialhundewesen kann es keine Trennung zwischen Hund und Hundeführer geben, da bei der professionellen Hundearbeit immer das Gespann (Team) Hund - Hundeführer zusammen im Einsatz ist. An ein einsatzfähiges Gespann im Spezialhundewesen gilt es natürlich gewisse Anforderungen zu stellen, die einerseits für den Erfolg als auch für das gesunde Überstehen des Einsatzes unerlässlich sind.

Von einem Hund, der als Spezialhund der Behörden und Organisationen der Gefahrenabwehr bzw. des Bevölkerungsschutzes im Einsatz ist, wird u. a. neben seiner einwandfreien Gesundheit natürlich absolute Nervenfestigkeit, entsprechende Härte und eine sehr gute Nasenveranlagung gefordert.

Eigenschaften von Hunden also, die gerade bei Gebrauchshunden aus jagdlichen Leistungszuchten häufig vorhanden sind.

Der Führer eines Spezialhundes muss physisch und psychisch belastbar sein. Er muss Gefahren richtig einschätzen können und vor allem auch die Leistungsgrenzen seines Hundes kennen. Kenntnisse, die über die Hundeführung hinausgehen, wie in Erster Hilfe, Orientierung im Gelände, die Arbeit mit Karte und Kompass sind für einen erfolgreichen Einsatz unerlässlich.

 

Unser Auftrag

Das Ziel der Spezialhundeausbildung für Gebrauchshunde und Gebrauchshundeführer im Spezialhundezug Mittelhessen ist die Qualifizierung von Hund und Mensch für einen möglichen Einsatz zur Rettung von Menschenleben.

Der Spezialhundezug Mittelhessen (SpHuZg MH) ist eine EINSATZ-Einheit des Jagdgebrauchshundverein Mittelhessen (JGV MH). Dieser ist über seine Dachverbände Hundesportverband Rhein Main (HSVRM) und Deutscher Hundesportverband (dhv) Mitglied im Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) und unterstützt die Bemühungen seines Spezialhundezuges in Ausbildung, Prüfungsvorbereitung, Training und Einsatz. Prüfungen der Teams erfolgen ausschließlich nach den Ordnungen VDH/FCI/IRO (IPO/IPO-R).

Wir trainieren in folgenden Abteilungen der Gebrauchshundeausbildung und der einsatzspezifischen Ausbildung für die Qualifizierung von Einsatz-Teams:

Rettungshunde (RH)

- Unterordnung / Gewandtheit (IPO-R-U+G / BH / IBGH 1 - 3 / UPr 1- 3)

- Fährtenarbeit (IPO-R-F / FPr 1 - 3 / IFH 1 - 2)

- Flächensuche (IPO-R-FL)

Besuchsdienst (BD)

- Unterordnung (VDH HFS / BH / IBGH 1 - 3 / UPr 1 - 3)

- Praktischer Besuchsdienst

Unterstützungsgruppe (USG)

- SpHuZg MH - Unterstützungsgruppe (USG)

Unsere Spezialhundeteams

Die drei wesentlichen Säulen der Ausbildung eines Spezialhundeteams sind:

- Ein für die Aufgabe Spezialhund gut veranlagter Hund

- Ein motivierter Hundeführer mit gutem Fachwissen  

- Die harmonische Zusammenarbeit zwischen Hund und Hundeführer

Besonders geeignet für die Spezialhunde-Arbeit sind nervenfeste Gebrauchshunde mit mittlerer Reizschwelle und Unterordnungsbereitschaft. Der Hund muss darüber hinaus auch über ausreichend Trieb- und Finderwillen, sowie über physische und psychische Ausdauer verfügen. 

Diese Voraussetzungen erfüllen die deutschen Jagdgebrauchshunderassen in hohem Maße. Grundsätzlich eignen sich aber alle Rasse- und Mischlingshunde, die eine entsprechende Arbeitsbereitschaft erkennen lassen. An der Spezialhunde-Arbeit interessierte Führer von Nicht-Jagdhunderassen und Mischlingshunden können daher auch am Ausbildungs- und Trainingsangebot des Spezialhundezuges Mittelhessen grundsätzlich teilnehmen. Voraussetzung hierfür ist die Mitgliedschaft im JGV Mittelhessen e. V. und die bestandene Begleithundeprüfung mit Verkehrssicherheitsteil (BH/VT).

Körperliche Fitness und Teamgeist sind im Rahmen der Spezialhunde-Arbeit von allen Gebrauchshundeführern im JGV Mittelhessen gefragt. Für den Erwerb und/oder zur Erhaltung der körperlichen Fitness hat der JGV Mittelhessen eigene Möglichkeiten innerhalb des Vereins geschaffen (JGV RAG MH). Alle Angehörigen des Spezialhundezug sind aufgerufen nach eigenen, persönlichen Möglichkeiten diese zu nutzen. Ziel sollte hier die Dokumentation der persönlichen körperlichen Fitness des Gebrauchshundeführer für Training und Einsatz, auch durch das Ablegen der jährlich stattfindenden Abnahmen der individuellen körperlichen Leistungsfähigkeit (KLF) sein. Die Möglichkeit das Deutsche Sportabzeichen und/oder das Rettungsschwimmabzeichen über unseren Verein abzulegen besteht zudem. 

Für die Integration in unsere Einsatzeinheit wird zusätzlich zur kynologischen Ausbildung, eine umfangreiche Schulung mit anschließender Überprüfung der beschulten Kenntnisse des Hundeführers mit Qualifikationsaussage in Erster Hilfe für Mensch und Tier (Hund), Orientierungsvermögen (Schulung Karte und Kompass, sowie moderne Navigationssysteme), Umgang mit technischer Ausrüstung (u. a. Sprechfunk) und Teamfähigkeit, vor allem aber die Einsatzbereitschaft im Notfall gefordert. 

Spezialhundezug Mittelhessen - Interessenten gesucht! Ein Waidmannsdank unseren Revierinhabern und Gönnern!

Interessierte Kameradinnen und Kameraden des JGV Mittelhessen e. V. mit und ohne Hund melden sich bitte bei der Geschäftsstelle des Vereins.

Kenntnisse in der Arbeit mit Spezialhunden sind gerne gesehen, aber nicht Bedingung für die Mitarbeit im Spezialhundezug. Ebenso ist auch eine Mitarbeit möglich, ohne die Absicht zu haben selbst als Führer eines Spezialhundes mitwirken zu wollen (USG - Unterstützungsgruppe/Helfer ohne Hund).

Ein herzliches Waidmannsdank unseren Revierinhabern und anderen Förderen im JGV Mittelhessen auch an dieser Stelle für die die Bereitstellung von Gebieten und Objekten für Ausbildung und Training von unseren Rettungs- und BesuchshundeTeams im Spezialhundezug Mittelhessen.

Förderung des Rettungshundewesen in Mittelhessen

Der Jagdgebrauchshundverein Mittelhessen e. V. sieht sich auch als freiwilliger Unterstützer der Rettungshunde-Einsatz-Organisationen und unterstützt seit 2009 in den Landkreisen Marburg-Biedenkopf und Gießen immer wieder auf Anfrage aktiv die Ausbildung von RH-Teams verschiedener Hilfsorganisationen in den Disziplinen Gehorsam und Sozialverträglichkeit und in der kynologischen Sachkunde der Rettungs-Hundeführer. Sein  Spezialhundezug Mittelhessen ist seit bestehen um ein gutes kameradschaftliches Verhältnis und zur Kooperation mit benachbarten RH-Kräften bemüht.

Die Ausbildung der RH-Teams verschiedener Einsatzorganisationen in Sachkunde, Gehorsam und Sozialverträglichkeit schließt der JGV Mittelhessen mit dem Hundeführerschein (VDH-HFS) und/oder der Begleithundeprüfung (BH) im Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) ab. Eigene Teams des Spezialhundezuges werden dazu angehalten sich noch weitergehend durch das Ablegen von VDH-Prüfungen zu qualifizieren.

Kynologische Sachkunde des Hundeführers, Gehorsam und Sozialverträglichkeit des Hundes sind wichtige Voraussetzungen für die weitere Ausbildung zum geprüften und einsatzfähigen Rettungshundeteam.

Die spezifische Ausbildung zum Rettungshundeführer für den Einsatz erfolgt durch die jeweilige Einsatzorganisation ausschließlich. Im JGV Mittelhessen erfolgt diese ausschließlich durch unseren Spezialhundezug.